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Differenzierte Betrachtung des langersehnten Derbys zwischen dem Böckinger FC Union und dem VfR Heilbronn 96-18

Fußballbegeisterung trifft Corona-Pandemie – von Michael Dangel

Der Oekonom 20.10.2020 Teilen

Der VfR-Heilbronn ist wieder da: Knapper Sieg beim Derby gegen den FCU  in Böckingen (Bildquelle: WIR)

Grandiose Organisation der Gastgeber des Böckinger FC Union

An einem wunderschönen, sonnendurchfluteten Nachmittag im Böckinger Stadion am See, Heimat des FV Union 08 Böckingen, das an den FC Union Heilbronn zum Fußballsportbetrieb überlassen wird, muss jeder VfR-Anhänger eines konstatieren: Es war ein grandios organisiertes Derby der gastgebenden Böckinger. Mit viel Aufwand und Detailliebe wurde ein “Risikospiel” der achten Liga (!) mit Ordnungskräften und räumlicher Trennung durchgeführt. Jeder VfR-Anhänger, der mitunter sogar früher im Stadion am See zu Gange war, fühlte sich herzlich aufgenommen. Im Namen aller VfR-Anhänger möchte sich der Verfasser herzlich bei den Böckinger Gastgebern bedanken.

Nach früher deutlicher Führung: wenig Derbystimmung beim Treffen des VfR auf seinen vermeintlichen Ursprungsverein

Unter Corona-Bedingungen ist jeder Kick in ‘diesem unserem Lande’ etwa Besonderes. Ungewöhnlich war auch der Spielverlauf im insbesondere vom VfR-Anhang langersehnten Derby gewesen, war man ja insbesondere von der Menold-Clique dereinst in perfider Weise vom Hof gejagt worden. Unvergessen auch die stillose Abwahl des vormaligen Vorsitzenden Gerd Kempf bei der Machtübernahme der Union im vermeintlichen Heilbronn-Böckingen-Fusionsverein “FC Union Heilbronn”.

Nach einer halben Stunde führten die Heilbronner Gäste mit 0:3. Jeder Schuss ein Treffer. Das Derbyfieber war sichtbar raus. Auch das 1:3 kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit sowie der späte Anschlusstreffer zum 2:3 vermochte einen typischen Nachbarschaftskampf nicht zu generieren. Am Ende gewann der VfR knapp und nicht unverdient; beide Mannschaften nahmen sich an diesem Sonntag, den 19. Oktober, in punkto Leistungsfähigkeit nichts.

Wermutstropfen des Derbys: Agnes Christner und die Verantwortlichen des Gesundheitsamtes

Ganz im Gegensatz zu den knapp 500 zugelassenen Fußballfreunden inklusive Personal gerierten sich die zuständigen Behörden. Jeder, der die Corona-Hysterie kritisch beäugt, musste bis zum Sonntag wegen der Pandemieentwicklung im Stadtkreis Heilbronn mit der kurzfristigen Absage der Partie für die Fußballbegeisterten rechnen. Aber die Stadt Heilbronn und ihr rotes Rathaus wären nicht die mehr als kritisch zu betrachtenden vermeintlichen Volksvertrerter, wenn sie/es nicht das fabriziert hätte, was sich am denkwürdigen Sonntag im umbenannten “Erbe-Stadion” zu Böckingen ereignete.

Es ist von Seiten der WIR-Redaktion nicht festzustellen, wer, was und wie gesagt hat, aber im Hinblick auf Desorganisation, administrativem Dilettantismus und Inkompetenz haben sich die Damen und Herrren des roten Rathauses und ihrer liberalen Helfershelfer ein weiteres Mal übertroffen. Man war ja als Heilbronner Sportfreund schon vieles gewohnt: als Beispiel sei nur der Eishockey-Totentanz des HEC beim Heimspiel gegen die Züricher Lions genannt.

Aber was beim Derby des FCU gegen den VfR Heilbronn am Rande der Veranstaltung ablief, bleibt einzigartig: Einweisung der vorbildlichen Ordnungskräfte des Böckinger FC Union an die Anhänger im VfR-Bereich: Man möge doch bis zum eingeteilten Platz in der Stehplatzkurve mit Abstandsgebot im Freien die Maske aufsetzen, danach könne sie abgenommen werden. Kaum eine halbe Stunde nach Spielbeginn war dies bereits Makulatur. Polizeibeamte, die abermals als Überbringer dilettantischer und vor allem widersprüchlicher politischer bzw. administrativer Entscheidungen herhalten mussten, mussten verkünden: Es handele sich beim Maskenerlass im Freien trotz Abstandsgebot doch um ein Missverständnis. Also wieder die Masken hoch!

Das Ganze ist schon deswegen inkonsequent, weil beim Eishockey-Test-Trauerspiel ein Alkoholverbot verängt wurde, dies aber beim Amatuer-Fußball nicht geschieht. Dem Vernehmen nach soll auch die unsägliche Bürgermeisterin Agnes Christner anwesend gewesen sein. Ob sie als klein gewachsene Person wieder einmal große Politikerin spielen bzw. wichtige Entscheider ihre Position genießen wollten, bleibt unklar. Die diffuse Androhung eines Spielabbruches bei Nichteinhaltung der Maskenpflicht, die an die VfR-Anhänger herangetragen wurde, lässt einen allerdings am besonnenen Sachverstand der behördlich Verantwortlichen zweifeln.

Fazit: Zum Glück gibt es die Gastgeber aus Böckingen vom FC Union und den VfR Heilbronn – an Professionalität mangelte es an diesem Nachmittag allein den politschen Entscheidern und den zuständigen Behörden!

 





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