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Wer nicht mitsingt, gehört auf die Couch

Der Oekonom 10.06.2016 0 Teilen

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(Bildquelle: Jörg Brinckheger /pixelio.de)

Vor der EM: Für Deutschland spielen heißt, sich zu Deutschland bekennen

Am 10. Juni 2016 beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Unsere Mannschaft startet dabei bekanntlich am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine in das Turnier. Seit der „Sommermärchen“-WM 2006 herrscht nun während des gesamten Turniers patriotischer Ausnahmezustand oder besser: Deutschland befindet sich im dauerhaften Zustande des ‘Partyotismus‘.

Ganz Deutschland feiert sich also selbst? Ganz Deutschland? Leider nein. Wieder einmal dürften insbesondere die Herren Özil und Khedira dadurch negativ auffallen, dass sie vor Spielbeginn die deutsche Nationalhymne nicht mitsingen. Über die Hintergründe dieser Verweigerungshaltung kann nur spekuliert werden. Mag es vielleicht die innerliche Zerrissenheit durch die Zugehörigkeit zu zwei Ethnien sein, mag es eine Demonstration der Tatsache sein, dass die oben angeführten Spieler exemplarisch dokumentieren, dass sie zwar in „Der Mannschaft“ spielen, sich aber nicht bedingungslos zu dem Land bekennen, für dessen Farben sie auflaufen.

In jedem Falle ist diese Verweigerungshaltung nicht kritiklos hinzunehmen. Was soll das? Warum gerade diese Spieler? Warum ausgerechnet bei der nunmehr zur „Mannschaft“ zurechtgestutzten früheren Nationalmannschaft? Sofort fällt einem als deutscher Fußballanhänger schmerzhaft ein Gegenbeispiel ein, dass nämlich ein gewisser Mario Balotelli, ein Spieler mit afrikanischen Wurzeln, der erst kurze Zeit zuvor eingebürgert wurde, nicht nur lauthals die italienische  Nationalhymne mitsang, sondern bei der Europameisterschaft 2012 in Polen sowie der Ukraine unserer Elf gleich beide Tore im Halbfinale beim 2 : 1 –Sieg einschenkte. Aber nicht nur bei der Fußballern ist das Singen der Nationalhymne äußeres Zeichen eines inneren Bekenntnisses, sondern auch im Rahmen der Einbürgerungsfeier von Neubürgern ist es üblich, nach dem feierlichen Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft die dritte Strophe des Deutschlandliedes mit anzustimmen.

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(Bildquelle: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

Was also soll die demonstrative Enthaltung beim Erklingen der Deutschen Hymne? Es gehört sich einfach nicht, öffentlich eine gewisse Distanz zu Deutschland zu dokumentieren, wenn man gleichzeitig Werte wie mannschaftliche Geschlossenheit in den Vordergrund rückt. Es sollte künftig zur Etikette eines Nationalspielers gehören, dass man immer dann wie selbstverständlich die Nationalhymne mit anstimmt, wenn man das Trikot der deutschen Farben überstreift. Es wäre an der Mannschaftsleitung und natürlich dem Bundestrainer, hier die entsprechende Überzeugungsarbeit zu leisten. Und wer dann zukünftig nicht mitsingt, soll besser auf dem heimischen Sofa sitzen bleiben.



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