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Ein Vierteljahrhundert nach dem Vertrag von Maastricht steht die EU mehr denn je am Abgrund

Ein großes Missverständnis feiert sein unsägliches Jubiläum

Der Oekonom 16.02.2017 0 Teilen

In diesen Tagen – genauer am 7. September 1992 – jährte sich zum 25. Male eine fatale Fehlentwicklung Europas. Aus der Idee der Überwindung europäischer Gegensätze, der Bildung einer Verteidigungs- und Eidgenossenschaft nach außen sowie einer vitalen Wirtschaftsgemeinschaft in Form eines Binnenmarktes ohne zentralistische Regelungswut war im Zuge der Ratifizierung des Vertrages von Maastricht endgültig die Geburtsstunde einer europäischen Dysmelie zu gewärtigen, einer veritablen Entartung, eines Monsters, das folgerichtig nur eine Missgeburt hervorbringen konnte: den Euro.

 

Der Euro – eine Missgeburt und Gefahr für die europäische Idee

Neben allerhand französisch-zentralistischen Gleichschaltungsplänen – in Diplomatenphrasen euphemistisch als „Harmonisierung“ beschrieben anstatt jedem europäischen Staat seine eigene  Entwicklungsstruktur zu belassen, enthielt das Maastrichter Vertragsmachwerk einen für Europa womöglich folgenschweren Fahrplan in eine Sackgasse, wenn nicht in den Untergang: die Einführung der Gemeinschaftskunstwährung Euro.

Statt wirtschaftlicher Konvergenz: Die EU driftet unter dem Euro wirtschaftlich immer weiter auseinander

Es war seit jeher mehr als ein kleiner Webfehler der Europäischen Union zu glauben, man könne eine Gemeinschaftswährung mit Erfolg einführen, ohne vorher die notwendigen politischen Voraussetzungen zu schaffen: die politische Union. Jeder mit ökonomischem Sachverstand, der nicht von politischen Utopien, nicht von einem paneuropäischen Wolkenkuckucksheim nahezu krankhaft besessen war, konnte ausblenden, dass die damalige Europäische Wirtschaftsgemeinschaft in völlig ungenügender Weise die Voraussetzungen aufwies, den Euro  einzuführen: ähnlich ausgeprägte ökonomische Leistungsstärke und Haushaltsdisziplin. Die auf deutschen Druck unter Theo Waigel durchgedrückten Konvergenzkriterien waren immer nur dümmliche, effekthascherische Politphrasen. Das Tal der ökonomisch Ahnungslosen war auch schon in den 90er-Jahren Dauergast im Bundestag und den Parlamenten unserer europäischen Nachbarn. Nach dem Niedrigzinsrausch für die südeuropäischen Schuldenstaaten ohne Haushaltskonsolidierung und  Beseitigung struktureller Wirtschaftsprobleme der eigenen Volkswirtschaft folgte nach dem ersten massiven globalen Rücksetzer der Ökonomie faktisch der völlige Zusammenbruch des Eurosystems mit dem ersten Rettungsschirm für Hellas im Frühjahr 2010. Gigantische Rettungsschirme wurden in der Folge aufgespannt, um das unausweichliche Auseinanderbrechen der Eurozone zu vermeiden. Aber die wahnhaft besessenen Eurofanatiker werden trotz eindeutig diktatorischer Programme wie EFSF und ESM nur Zeit gewinnen, die Lösung des Problems instabiler Euro an sich rückt dabei immer in weitere Ferne.

Erfolgsmodell Euro – Polit-Schwachsinn wie der angebliche Segen der Invasion von bewusst angelockten Pseudo-Flüchtlingen

Seit seiner formellen Einführung als Zahlungsmittel im Jahr 2002 liegt der Euro mit Beginn der Euro-Staatsschuldenkrise im fiskalischen Koma. Auswirkungen auf Europa waren spätestens 2009 aus der globalen Finanzkrise zu gewärtigen. Folglich liegt das angebliche Erfolgsmodell Euro mindestens die Hälfte der Zeit seit seiner ökonomischen Existenz auf der Intensivstation. Was bleibt? Was soll ein Monster wie das Maastrichter Vertragswerk anderes gebären als eine Missgeburt namens Euro? Und was soll aus einer Missgeburt werden? Nichts! Der Euro war eine Missgeburt, ist eine Missgeburt und wird immer eine Missgeburt bleiben.

Der Euro könnte für die Euro-Fanatiker zum Bumerang werden!

Die Hybris verblendeter Pseudo-Europäer, den Euro einführen zu wollen, könnte Europa erneut in eine existentielle Krise stürzen. Wer Mitbestimmung des höchsten Souveräns, im Fall der Bundesrepublik: des deutschen Volkes, mit Füßen tritt, dem wird sein Projekt spätestens beim nächsten Aufflackern der Krise um die Ohren fliegen. Was könnte als Beleg hierzu besser dienen als das Helmut Kohl zuzuschreibende Zitat aus dem Jahr 2002, das lt. Wikipedia allerdings erst im Jahr 2013 bekannt wurde. „In einem Fall [Einführung des Euro] war ich wie ein Diktator.“ Und das hat ‘Kohls Mädchen‘ nur zu gut gelernt. Die von ihr in einsamer Entscheidung zu verantwortende Invasion von kulturfremden Sozialleistungsforderern wird die ehemalige Jung-Pionierin eines Tages noch bitter bereuen und hoffentlich auch die persönlichen Konsequenzen ihres Hochverrats tragen müssen.

(Bildquelle: Nico Meier / pixelio.de)



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