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Fazit zur Einigung im EU-Sondergipfel in Sachen Corona-Wiederaufbauprogramm

Polit-Dilettanten mit Covidioten-Masken fahren Europa an die Wand

Der Oekonom 29.07.2020 0 Teilen

Unter dem Jubel der Hofberichterstattung der Leitmedien Europas Zukunft aufs Spiel gesetzt (Bildmontage: WIR)

EU-Kommission und Eurokraten geht der Allerwerteste auf Grundeis

Das offizielle Europa, das heißt die gewählten Politdarsteller, jubelt, die angeblichen Leitmedien flankieren in lemminghafter Weise die Selbstbeweihräucherung der Eurokraten. EU-skeptische Ökonomen können über das Ergebnis des Brüsseler Marathon-Gipfels unter der EU-Ratspräsidentschaft der Flüchtlingskanzlerin nur den Kopf schütteln. WIR haben uns wie viele Gegner eines zentralistisch-sozialistischen Europas unter Frankreichs Dominanz lange Zeit über die Widerstandskraft der “frugalen Vier”, die während der Verhandlungen um Finnland ergänzt wurden, gefreut.

Allein es half im Ergebnis nichts: Verabschiedet wurde ein gigantomanisches EU-Wiederaufbauprogramm in Höhe von 750 Milliarden Euro, an dem sich durch den Widerstand der Sparsamen nur die Zusammensetzung, nicht aber das Wesen des verabschiedeten EU-Monstrums änderte. Satte 390 Milliarden werden als Zuschüsse gewährt – ohne Rückzahlungspflicht, der geringere Teil als Kredite. Die Unterschiede dürften bei Ausreichung der Mittel des Wiederaufbaufonds bei den EU-Pleitstaaten wie Italien, Spanien und Griechenland gering sein. Die Kredittilungskraft der krisengebeutelten EU-Südstaaten  dürfte ohnehin bald gegen null gehen.

Corona-Wiederaufbauprogramm führt Euro-Bonds und Schuldenunion durch die Hintertür ein

Zuallererst muss die Frage gestellt werden, warum nun erstmals durch die EU-Kommission mittels von ihr begebener Gemeinschaftsanleihen die gigantischen Kredite von 750 Milliarden aufgenommen werden sollen. Die Antwort liegt auf der Hand: Der seit der Weltfinanzkrise 2008 auf der Intensivstation liegende Euro soll nicht ansatzweise dadurch gefährdet werden, dass Corona- bzw. Finanzkrisenstaaten wie Italien oder Spanien eigene Anleihen begegen müssen und diese dann womöglich am Markt durchfallen oder Spekulationen gegen den Euro auslösen.

Unter dem Vorwand, EU-Gemeinschaftsanleihen seien aufgrund der Pandemie “alternativlos” fiel die ehemalige FDJ-Funktionären Angela Kasner Emanuel Macron in die Arme und bereitete den Abschied der Ablehnung von Euro-Bonds vor. Mit der Verabschiedung des Umverteilungsmonstrums “Corona-Wiederaufbauprogramm” ist nun der Bann gebrochen. Jetzt liegt eine Blaupause vor, wann immer die EU oder die Fehlkonstruktion namens Euro in Gefahr ist, Gemeinschaftsanleihen zu begeben.

Damit ist ein weiterer Baustein zur kollektiven ökonomischen Verantwortungslosigkeit der Profiteure der niedrigen Gemeinschaftszinsen gelegt. 133 Milliarden bleiben am deutschen Steuerzahler netto hängen für die Solidarität mit den anderen EU-Staaten. Früher die irrsinnige Flüchtlingspolitik, bei dem mit der “Generation Schlauboot” im Ergebnis nach Familienzusammenführung mehrere Millionen Personen ökonomischen Ballasts die Sozialsysteme belasten werden. Nun wird Geld in ein Fass ohne Boden in eine taumelnde EU geschüttet. Danke Angela!

Weltfinanzsystem und EU-Kunstwährung mit Verfallsdatum: “Was fällt, soll man noch stoßen!” (Friedrich Nietzsche)

Seit der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende sucht man krampfhaft, ein krankendes Weltfinanzsystem weiterhin am Leben zu halten. Der Wunderheiler ist seit über 20 Jahren gefungen: Die Zentralbank. Mit billigem Geld und Liquidität im Überfluss für ein völlig überreiztes und übersteuertes Schuldgeldsystem versucht man Krisen seither zu vermeiden. Als 2008 bei der Weltfinanzkrise das Bankensystem zu kollabieren drohte, wurden erst die Spekulanten und Milliardäre, dann die kriselnden Euro-Südländer gerettet.

Seither bestimmt ein perfider Geldsozialismus frankophoner Prägung das europäische Geschehen auf den Finanzmärkten. Marktgesetze werden völlig außer Kraft gesetzt, alles, aber auch wirklich alles Bestehende muss gerettet werden. All diese Maßnahmen suchen zu verhindern, was nicht aufzuhalten ist: Was krank ist und schwach, muss und wird zugrunde gehen. Das gilt für das Weltfinanzsystem wie den Euro. Das künstliche Hinauszögern der Euro-Pleite aber, wird alte Wunden des europäischen Bruderkrieges wieder aufreißen. Der Euro ist kein Einigungswerk, er spaltet vielmehr die Völker Europas und bringt sie gegeneinander auf.

Der Verlierer der jüngsten Einigung im Rahmen des Corona-Wiederaufbauprogrammes heißt eindeutig Europa.

#Fehlkonstruktioneuro

#Euromissgeburt



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