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Auch beim 2:2 gegen die französisch-afrikanische Auswahl bleibt man von hohlen Phrasen und perfider Weicheimentalität nicht verschont

„Fehlerkultur“ und andere bundesrepublikanische Absurditäten

Der Oekonom 15.11.2017 0 Teilen

(Bildquelle: manwalk / pixelio.de)

Ein Männertrio Marke Buntland – oder: Die Drei von der Sportstätte

Am Dienstag, den 14.11.2017, war es soweit. Das letzte Länderspiel des Jahres für „Die Mannschaft“ stand an.  Nach dem 2 : 2 in Köln blieben ‚Jogi’s Jungs‘ etwas glücklich gegen die spiel- und laufstarke Auswahl unserer Nachbarn jenseits des Rheins im gesamten Kalenderjahr ungeschlagen. War der Kick gegen die Auswahl, welche für die equipe tricolore auflief auch recht unterhaltsam für ein an sich bedeutungsloses Freundschaftsspiel, so spielte die Musik für jeden rechten Konservativen außerhalb des Spielfeldes. Der Grund: Ein Männer-Trio Marke Buntland führte durch den Länderspielabend.

Ultra-maskulines Triumvirat als großartige Steilvorlage für einen gesunden Fernsehschlaf

Durch die Sendung moderierte ein gewisser Alexander Bommes. An sich nichts Ungewöhnliches, den nicht alle Herren der Schöpfung sind als kraftstrotzende Testosteronbomber geboren. Spöttisch gesagt wirkte der schmächtige Herr Bommes allerdings wie ein metrosexuelles Moderatoren-Bübchen, das an diesem Tag gerade von irgendwelchen Dreharbeiten für vegane Erfrischungsgetränke kam. Dazu gesellte sich der homosexuelle Vorzeige-Ex-Nationalspieler Andreas Hitzelsberger, der in Anbetracht seiner Art aufzutreten, wohl auch eher die feminine Rolle in seinen homoerotischen Beziehungen einnehmen dürfte. Abgerundet wurde das ultra-maskuline Triumvirat von unserem Bundesjogi – bekannter Maßen von den GRÜNEN als Wahlmann zur Bundesversammlung zur Wahl von Herrn Steinmeier berufen. Und so wurde dann auch geredet – und gestikuliert.

„Fehlerkultur“ als sprachpädagogischer Höhepunkt einer Fußballmoderation zum Abgewöhnen

Dem ganzen gemütlichen Geplauder der drei „Herren der Schöpfung“ setzte dann sprachlich unser ‚Bundesjogi‘ die Krone auf. Er habe bei dem Länderspiel gegen die Gastgeber der letzten Europameisterschaft der „Fehlerkultur“ den Vorrang gegenüber der „Ergebniskultur“ gegeben. Dabei wurde jeder aufmerksame politische Beobachter äußerst unangenehm aus dem Fußball-Modus in den Polit-Modus überführt angesichts derartigen pseudo-intellektuellen Dummschwätzertums. Die Assoziationen  zu anderen Wortschöpfungen der real existierenden Budesrepublik Deutschland waren unvermeidbar: Willkommenskultur, Erinnerungskultur – Zeit, virtuell die Kotztüten rauszuholen!

Cui bono?

Allein die bundesdeutsche Getränkeindustrie dürfte sich an diesem Tage gefreut haben. Zumindest dann, wenn ethanolhaltige Getränke im Produktportfolio standen. Und natürlich die Gastwirte, zu deren Schenken mancher männliche Fußballfreund an diesem Abend von zuhause aus hin geflüchtet sein mag. Sich nach krachledernen Unterhaltungen sehnend – und doch so bitterlich enttäuscht in ihrer Hoffnung angesichts des Geschnatters des Trios in der Flimmerkiste. Fazit: Da bleibt wirklich nur noch der Suff! Prost!



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