WIR Heilbronn

// Kolumne

Weihnachten - Zeit der Utopien, dabei ist die offensichtlichste Dystopie allgegenwärtig

Buntland 2017 – Dystopie eines Deutschland der erbärmlichsten Art

Der Oekonom 26.12.2017 0 Teilen

Buntland 2017 – da kann man nur noch schreien! (Bildquelle: Rike / pixelio.de)

 

Weihnachten – die Utopie par excellence

Nicht wenige behaupten in diesen Tagen, Weihnachten sei die größte Utopie überhaupt und entwickle im allgemeinen Weihnachtstrubel eine ungeheure suggestive Kraft. WIR können nichts, aber auch gar nichts Negatives daran finden, sich nicht nur in Zeiten der Not, sondern generell an etwas sinnerfüllend zu wenden, was über einen selbst hinaus verweist. Dies besonders dann, wenn es sich nicht nur um wohlfeile Werte handelt, für die man etwas tut oder für die man auf etwas verzichtet, sondern auf etwas, was wahrhaft transzendent ist. Es ist ein Moment der Dekadenz unserer Zeit, dass man den Glauben an Gott grundsätzlich lächerlich macht, es sei denn, seine säkularisierte Ausprägung kann sich vor dem Hintergrund christlicher Werte im Sinne eines weltbrüderlichen Sozialismus austoben. Zugegeben: Auch die sozialistische Version des Egalitarismus ist ein Utopie. Betrachtet man allerdings die real existenten gewesenen Ausformungen dieser Utopie à la Stalin und Pol Poteine sehr gefährliche.

Cineastische NS-Dystopien en vogue im „Bezahl“-Fernsehen

Meidet man den medialen Bereich der real existierenden GEZ-Diktatur oder bekommt bei den Eltern zu Weihnachten spätestens beim Anblick der/die/des Weihnachtlieder trällernde/n Conchita Wurst auf Bayern 3 einen fulminanten Brechreiz vor dem Festmahl, stößt man unweigerlich bei Boykott von Hollywood-Produktionen mit jüdischer Überrepräsentanz auf Dystopien ganz besonderer Machart: Was wäre, wenn die Achsenmächte um Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten? Das Dritte Reich wird dabei diabolisch in alternativen Geschichtsdystopien inszeniert und die Angst vor dem Bösen, was aus deutschen Schößen kroch, medial bis auf den heutigen Tag ausgeschlachtet – und vermarktet.

„The Man in the High Castle“ und „SS GB“

Flüchtet man also nolens volens in das seltsamer Weise als „Bezahl“-Fernsehen bezeichnete Lager der Medienschaffenden – als würde man für das GEZ-Staatsfunk nichts bezahlen, stößt man aufgrund seiner – zumindest unterstellter – zutiefst diabolischen Wesensart als Deutscher mit nationaler Gesinnung unweigerlich auf Serien wie „The Man in the High Castle“ und „SS-GB“ – beides NS-Dystopien der oben geschilderten Art. Weichherzige und Frieden sowie Menschenrechten verpflichtete Minderheitenangehörige stoßen dabei auf hartherzige, teppichbeißende deutsche oder zumindest weiße Vertreter eines NS-(Besatzungs-)Staates, der unbarmherzig seine menschenverachtende Weltanschauung nach dem gewonnenem Zweiten Weltkrieg fortsetzt und sogar ausbaut. Widerlich dienstbeflissene Anhänger eines Obrigkeitsstaates gehen unkritisch und ohne in einen allgemeinen politischen Diskurs eingetreten zu sein, brav ihrer Arbeit nach, gründen unter Ausblendung anderer sexueller Orientierungsmöglichkeiten Familien und setzen gar noch die eigene Generation erhaltend eine beachtliche Zahl von ‘blutseigenen‘ Abkömmlingen in die Welt – unter bewusster Diskriminierung anderer Fortpflanzungsmöglichkeiten mit Personen, mit denen man die kulturelle Vielfalt und das multirassische und -religöse Miteinander in der Welt vorantreiben könnte. Weißer Rassenerhaltungswahn pur. Zu allem Übel verfolgen dann die Nachkommen dieser geradezu inzestuös sich verhaltenden weißen Europäer auch noch die vorgegebenen Ziele des autoritären Staates und ihrer Eltern. Eine jeden Anhänger der multikulturellen Gesellschaft zutiefst schockierende alternative, zum Glück dystopische Welt.

Umkehrung des dystopischen Gedankens auf das real existierende Jetzt in Buntland

Führt man sich dann brav als Serien-Junkie Dystopien dieser Art stundenlang zu Gemüte und erwacht glühweinbeschwipst oder mithilfe anderer ethanolhaltiger Substanzen aus einer Gemengelage aus Halbschlaf und Dahindämmern zwischen weihnachtlicher Utopie um einen herum, Dystopien in der Flimmerkiste und sowie der Realität unseres Landes, so kommt bestimmt nicht nur dem Verfasser dieser Zeilen, sondern jedem, der durch und durch von dernationalen Sache beseelt ist, der Gedanke, die Idee der Dystopie auf unser reales Jetzt zu übertragen.

Was liegt da selbst bei nur ansatzweise schonungsloser Kritik näher, als das real existierende Buntland 2017, in dem wir alle weiterhinleben müssen, um es von Grund auf zu ändern, als das zu bezeichnen, was es ist?

Buntland anno 2017 kann nur als Realität gewordene Dystopie eines Deutschland in seiner erbärmlichsten Art bezeichnet werden.



*



Teilen: